Gespinstorchester
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Europaeische_Kulturtage_2012
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"Das Tun macht die Musik." (Dominique Chomus)

Das letzte Jahrhundert zeitigte eine Öffnung des Musik-Begriffs wie nie zuvor. Im Zentrum dieser Veränderung steht die gesteigerte Aufmerksamkeit gegenüber akustischen Phänomenen. Akustische Aufmerksamkeit beim Spaziergang steht heute in den wesentlichen Teilen einer klassischen Musikerziehung in nichts nach. O-Klassen bestehen aus Schülern ohne Deutschkenntnisse, welche in Deutschland wohnen. Diese Klassen sind also über einen Mangel definiert, aber haben diese Klassen auch eine ihnen eigene Stärke? Möglicherweise eine andere Aufmerksamkeit für die Klänge des Alltags, welche eben oft gesprochene Laute ohne sinnhaften Zusammenhang sind? Wer beispielsweise "Vorsicht!" nicht versteht, tut gut daran, am Gestus des Gesagten zu erkennen, dass Gefahr in Verzug ist. Stimmlage, Lautstärkenuancen, Betonungsverläufe - diese von uns meist unbewusst wahrgenommenen Mikro-Informationen müssen bewusst wahrgenommen und interpretiert werden. Könnte eine solche Fähigkeit musikalisch genutzt werden? Was passiert, wenn dieser Aspekt des Klangs dem der Funktionalität oder des Aussehens vorsteht? Das Projekt Gespinstorchester möchte sich praktisch mit diesen Fragen auseinander setzen. Die 21. Europäischen Kulturtage 2012 in Karlsruhe bieten den Rahmen für ein erstes Experiment: Wir treffen uns regelmäßig mit ca. 10 Schülern der Carl-Hofer-Schule Karlsruhe, um ein Orchester zu formen. Als Klanggeber wird ausschließlich auf Kleidung zurückgegriffen. Geplant ist, in diesem Gefüge eine Komposition von Wolfgang Rihm am 18. März in der Staatlichen Hochschule für Gestaltung aufzuführen.

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